Kosovo – Reisetipps und Infos

Bergsee Wald blauer Himmel

Urlaub in einem wenig besuchten Land Europas

Traumhafte Landschaften und lebendige Städte: Kosovo ist ein Land für Entdecker und Individualtouristen. Hier kannst du einen gleichzeitig spannenden und entspannten Urlaub abseits der ausgetretenen Touristenpfade machen. Kosovo wird von internationalen Touristen wenig besucht. Es hat aber viel zu bieten und das Reisen im Land ist unproblematisch. Hier findest du Tipps und Infos für deinen Urlaub im Kosovo. Außerdem könnten dich Albanien und die Republik Nordmazedonien interessieren.

Kosovo ist nicht groß, trotzdem findest du hier viele lohnenswerte Reiseziele. Wir haben Kosovo mit dem eigenen Auto zusammen mit anderen Ländern der Region besucht und waren insgesamt 10 Tage im Land. Eingereist sind wir von Albanien aus und unsere erste Station war Prizren im Süden des Landes. Ausgereist sind wir von Peja aus nach Montenegro.

Kloster
Patriachat von Peć/Peja

Auf unserer Reise haben wir die folgenden Orte besucht:

  • Prizren
  • Mirusha-Wasserfälle
  • Prishtina
  • Gjakova
  • Peja
  • Rugova-Schlucht
  • Leqinat-See
  • Drin-Wasserfall
Stadtansicht mit Burg
Altstadt von Prizren mit Burg

Prizren

Prizren im Süden des Landes gilt als die schönste Stadt Kosovos und ist somit auch Ziel vieler Touristen. Diese Touristen sind allerdings in erster Linie Einheimische bzw. Auslandskosovaren. Die Anzahl internationaler Touristen hält sich in Grenzen. Die Stadt hat eine Altstadt mt vielen historischen Gebäuden auf beiden Seiten des Flussen Lumbardhi. Der größte Teil dieser Altstadt ist Fußgängerzone und ein Café reiht sich an das nächste.

historische Häuser
historische Gebäude am zentralen Platz von Prizren

Die wesentlichen Sehenswürdigkeiten südlich des Flusses sind die Sinan-Pascha-Moschee, die orthodoxe St. Georgskathedrale und der zentrale Platz mit seinen historischen Wohn- und Geschäftshäusern. Etwas außerhalb des verkehrsberuhigten Bereichs findest du auch noch die katholische Kathedrale. Ein kleines Schmuckstück ist die orthodoxe Kapelle gegenüber der St. Georgskathedrale. Oberhalb der Altstadt liegt die Burg und auf dem Weg dorthin befindet sich eine weitere sehenswerte orthodoxe Kirche. Der südliche Teil der Altstadt ist durch mehrere Brücken mit dem nördlichen verbunden. In diesem Teil gibt es auch zwei verkehrsberuhigte Bereiche, einer direkt am Fluss, der andere als Verlängerung der alten steinernen Fußgängerbrücke. Ansonsten findest du in diesem Teil der Altstadt das osmanische Hamam (Badehaus), das Gebäude der Liga von Prizren mit dem darin befindlichen Museum sowie weitere Moscheen und historische Wohnhäuser.

orthodoxe Kapelle
orthodoxe Kapelle – Prizren

Essen und Trinken

  • Konak: gutes Essen, stilvolles Ambiente. In der Fußgängerzone gegenüber der Sinan-Pascha-Moschee.
  • Hani i Vjetër: leckere traditionelle Gerichte. In der kleinen Fußgängerzone nördlich des Flusses, Farketaret 500.

Unterkunft

  • Hotel Kaçinari: nur ein paar Meter von der Fußgängerzone entfernt. Komfortable, wenn auch vielleicht etwas dunkle und plüschige Zimmer, freundliches Personal und gutes Frühstück; Parkplätze gleich nebenan.

Mirusha-Wasserfälle (Ujëvarat e Mirushës)

So ziemlich genau in der Mitte des Landes liegen diese Wasserfälle. Es sind zwei übereinander liegende Wasserfälle mit einem Zwischenplateau, die dann in einen kleinen See münden. Das ganze liegt in einem schönen Tal. Direkt am See befinden sich zwei kleine Cafés mit Tischen im Schatten. Im See kannst du baden. Wenn deine Fitness und deine Nerven mitspielen, kannst du mit Hilfe eines Seils auch zum Zwischenplateau hinaufkraxeln.

Wasserfälle
Mirusha-Wasserfälle

Etwas schwer zu finden

Zu den Wasserfällen kommst du, wenn du die Straße von Rahovec bzw. Gjakova nach Prishtina nimmst. Von Prishtina kommend liegt der Zufahrtsweg auf der linken Seite. Dort steht ein großes schwarz-grünes Hinweisschild mit „Ujëvarat e Mirushës“, das auch auf das dortige Hotel und Restaurant verweist. Wenn du den Abzweig gefunden hast, fährst du einige Zeit auf einer Schotterpiste, die aber auch für normale Autos geeignet ist. Diese Piste fährst du bis zum Ende. Dort befindet sich ein Parkplatz, von dem ein kurzer Fußweg zu den Wasserfällen führt.

Achtung!

Wenn du mit maps.me unterwegs bist und „Mirusha Wasserfälle“ eingibst, führt dich dein Navi um das Gebiet herum und du landest in einer als Müllkippe fungierenden Pampa. Wenn du dich durch die Wildnis schlägst, kommst du vielleicht im Endeffekt zu den Wasserfällen, aber dieses Abenteuer ist verzichtbar.

Denkmal
Skanderbeg-Denkmal in Prishtina

Prishtina

Die Hauptstadt Kosovos gehört mit Sicherheit nicht zu den attraktivsten Städten Europas. Sie hat keine gewachsene Altstadt und die Anzahl an historischen Gebäuden ist überschaubar. Dennoch lohnt es sich zumindest einen Tag hier zu verweilen. Die Stadt ist lebendig und hat auch ein paar, z.T außergewöhnliche, Sehenswürdigkeiten zu bieten. Diese befinden sich alle mehr oder weniger entlang einer Achse, in deren Zentum der verkehrsberuhigte Bulevardi Nënë Teresa liegt. An dem einen Ende der Fußgängerzone befindet sich der Hauptplatz mit dem Skanderbeg-Denkmal. Unweit von dem Platz stehen drei Moscheen, von denen vor allem die mittlere, die Jashar-Pasha-Mosche mit ihrem hölzernen Vorbau, sehenswert ist.

Moschee mit hölzernem Vorbau
Jashar-Pasha-Moschee in Prishtina

Wenn du dann den Boulevard in die andere Richtung gehst, kommst du an mehreren Regierungsgebäuden, vielen Geschäften und Cafés vorbei. Dies ist die Hauptflaniermeile der Stadt. Am anderen Ende sieht man schon von Weitem den Turm der katholischen Mutter-Teresa-Kathedrale. Gegenüber der Kathedrale, aber etwas nach hinten versetzt, steht das Gebäude der Nationalbibliothek. Es ist das wahrscheinlich architektonisch umstrittenste Gebäude der Stadt. Es sieht ein bisschen so aus wie eine Ansammlung von Häusern, die sich aus einem eisernen Fischernetz befreien wollen. Schön oder hässlich? Bilde dir selbst eine Meinung!

modernes Gebäude
Schön oder hässlich? Nationalbibliothek in Prishtina

Oberhalb der Innenstadt befindet sich ein Viertel mit vielen Botschaften. Hier gibt es auch Unterkünfte. Das Botschaftsviertel ist durch eine blau und lila angestrichene Treppe mit der Innenstadt verbunden, so dass du in nur ein paar Minuten hinuntergehen kannst. Hinauf dauert es naturgemäß etwas länger, je nach Fitnessgrad. Wenn du es besonders eilig hast, kannst du auch die Rutsche nehmen, die ein Stück entlang der Treppe verläuft. Ich habe allerdings noch keinen Weg gefunden, kräftesparend die Rutsche nach oben zu nehmen! 

Kirche
Mutter-Teresa-Kathedrale – Prishtina

Essen und Trinken

Zahlreiche Restaurants und Bars findest du in der Fehmi Agani, die von der zentralen Fußgängerzone abgeht. Abends tobt hier der Bär!

  • Soma Book Stadion: stilvoller Innenraum mit Bücherregalen sowie gemütlicher Außenbereich unter Bäumen. Leckere und kreative Küche. Einen Block von der Fußgängerzone entfernt, Rruga Andrea Gropa.
historisches Haus
historisches Gebäude – Gjakova

Gjakova

Gjakova ist eine Kleinstadt zwischen Prizren und Peja. Hier findest du einen recht umfangreichen Altstadtbereich, der zum Teil Fußgängerzone ist. In diesem Teil reiht sich ein Lokal an das nächste.  Andere Teile der Altstadt konzentrieren sich eher auf den Verkauf von Brautmode. Es lohnt sich hier längs zu gehen und die gewagten Kreationen zu bestaunen. Auch gibt es in dem Ort einige Sakralbauten zu bewundern, wie auch die schon obligatorische Statue von Mutter Teresa.

Stone Castle Eingang
Eingang zur Stone-Castle-Winery

Ausflug

Stone Castle Winery: Auch im Kosovo wird Wein angebaut. Die meisten Weingüter befinden sich in der Region um die Stadt Rahovec herum. Das größte dieser Weingüter ist Stone Castle. Auch für Nicht-Weintrinker lohnt der Besuch, denn allein die Architektur in Form einer Burg ist ein Blickfang. Die Winery bietet informative Führungen an, bei denen du die Weinkeller besichtigen kannst. Auch eine Weinprobe ist möglich (10€ p.P.). Am besten du vereinbarst vorher einen Termin. Wir haben uns von Gjakova mit dem Taxi hinfahren lassen; Preis: 12€ Einweg (Stand August 2021). Auf dem Weg von Gjakova nach Rahovec kommst du auch an der noch aus osmanischen Zeiten stammenden Schneiderbrücke sowie einem kleinen Canyon vorbei.

rotes Kloster mit Ruinen davor
Patriachat von Peć/Peja

Peja

Peja, auf Serbisch Peć, ist eine angenehme und lebendige Stadt. Vor allem eignet sie sich als Ausgangspunkt für Touren in die Umgebung. In der Stadt selbst gibt es einen recht großen Basar mit den dafür typischen historischen Gebäuden. Bei den Geschäften des Basars dominieren dabei diejenigen für Schmuck und gewagte Brautmode. Ein paar Schritte vom Basar entfernt am Rande des Flusses gibt es eine Fußgängerzone mit vielen Cafés/Bars.

rotes Kloster
Patriachat von Peć

Die Hauptsehenswürdigkeit der Stadt ist das orthodoxe Patriachat von Peć. Es liegt etwas außerhalb in Richtung der Rugova-Schlucht und ist von einer hohen Mauer umgeben. Wenn du hinein möchtest, musst du an der Einfahrt deinen Ausweis vorzeigen und du wirst als Besucher registriert. Ein Besuch lohnt sich aber auf jeden Fall, denn die Gebäude des Klosters sind wunderschön. Der innere Bereich des Patriachats ist nochmals von einer Mauer umgeben. Wenn du mit dem Auto kommst, kannst du davor parken. Dann gehst du durch das Tor hinein. Im Tor findest du eine auch auf Englisch beschriftete Tafel mit den einzelnen Teilen der Anlage. Besonders sehenswert sind hierbei die Ruinen des ursprünglichen Gebäudes, die mehrschiffige rot angestrichene Kirche, der Glockenturm aus Naturstein sowei ein uralter, von Holzpfählen gestützter Maulbeerbaum. Außerdem befinden sich in dem Areal ein Nonnenkloster, ein Friedhof sowie weitere administrative Gebäude.

Basarviertel
Basarviertel von Peja

Essen und Trinken

  • Kulla e Zenet Beul: sehr leckere traditionelle Gerichte; von Wein umrangte Außenterrasse. William Walker 51.
  • Semitronix: solide Küche und super Ausblick auf die Stadt und die Berge. Im 9. Stockwerk eines Hochhauses gleich neben dem alten Basar, Mbetresha Teute.

Übernachten

  • Hotel Semitronix: gehört zum gleichnamigen Restaurant. Gemütliche Zimmer mit super Blick auf Stadt und Berge; inkl. Tiefgarage. Der Fahrstuhl in die 9. Etage startet allerdings erst im ersten Obergeschoss, so dass du dein Gepäck von der Tiefgarage zwei Stockwerke die Treppen hochschleppen musst.
Berge Tal Häuser
Rugova-Tal

Rugova-Schlucht

Ein absolutes Natur-Highlight ist die Rugova-Schlucht gleich westlich von Peja. Du fährst in eine enge Schlucht mit steilen Felswänden. Die Straße schlängelt sich durch die Schlucht, teilweise auch durch in den Fels gehauene Tunnels. Unterwegs gibt es auch einen schönen Wasserfall zu bewundern. Langsam weitet sich dann die Schlucht zu einem Tal, das aber nicht weniger sehenswert ist. Die Straße durch Schlucht und Tal ist in etwa 25 km lang und endet an der montenegrinischen Grenze. Einen Grenzübergang gibt es hier allerdings nicht.

Bergsee
Leqinat-See

Wanderung zum Leqinat-See

Der Leqinat-See (siehe auch Titelbild) liegt direkt an der Grenze zwischen Kosovo und Montenegro. Die Wanderung dorthin ist zwar nicht lang, dafür geht es aber großenteils bergauf. Für den Weg dorthin benötigst du circa 45 bis 90 Minuten, je nach Fitnessgrad. Für den Rückweg bergab natürlich weniger. Allein der Weg zum See ist wunderschön. Wenn du dann aber den See vor Augen hast, ist es der absolute Hammer. Der See schimmert in unterschiedlichen Grüntönen und dahinter ragen die Berge in den Himmel.

Bergsee
Leqinat-See

Um dorthin zu kommen brauchst du ein Auto. Du fährst von Peja kommend durch die Rugova-Schlucht bis kurz vor die montenegrinische Grenze. Dann biegst du links über eine Brücke ab und fährst die Straße, die sich in Serpentinen nach oben windet, hinauf. Du folgst immer den Hinweisschildern zum Restaurant Te Liqeni. An dem Restaurant kannst du parken. Dort kannst du dich auch mit Blick auf das schöne Rugova-Tal stärken. Die Strecke ist von Peja ungefähr 27 km lang. Der Wanderweg beginnt an dem letzten Abzweig zum Restaurant, ca. 200 Meter vor dem Parkplatz. Er ist gut markiert (rot-weiß-rot). Falls du noch weiter wandern willst: der Wanderweg ist Teil des Peaks-of-the Balkans Fernwanderweges. Deinem Ehrgeiz sind also keine Grenzen gesetzt!

Wasserfall
Drin-Wasserfall

Drin-Wasserfall (Ujëvara e Drinit)

Dieser Wasserfall des Flusses Drin (Ujëvara e Drinit) liegt ca. 10 km nördlich von Peja bei der Ortschaft Radac/Radavac. Du folgst am besten den Hiweisen zum Restaurant gleichen Namens, Ujëvara e Drinit. Dort kannst du dein Auto in einem Parkhaus abstellen. Um zum Wasserfall zu gelangen musst du durch das Restaurant hindurch gehen. Dann folgst du dem Verlauf des Flüsschens flussaufwärts. Zuerst gelangst du zu einer Reihe kleinerer Wasserfälle. Ein Stück weiter kommt dann eine Brücke, über die du gehst. Von dort kannst du den eigentlichen Wasserfall gut sehen. Für noch bessere Fotospots kannst auch auf die kleinen Felsen klettern oder in das Wasser hineingehen. Es ist nicht tief. Etwas oberhalb des Wasserfalls kannst du auch noch eine Höhle besichtigen.

Geschäft mit traditioneller Kleidung
Geschäft mit traditioneller Kleidung im Basar von Gjakova

Info: Sprache im Kosovo

Ich möchte dich an dieser Stelle nicht mit einer theoretischen Abhandlung über die albanische Sprache nerven. Es gibt aber ein paar Aspekte, die es sich lohnt zu kennen. Amtssprachen im Kosovo sind Albanisch und Serbisch, regional auch Türkisch. Da ca. 90% der Bevölkerung ethnische Albaner sind und die Beziehungen zu Serbien und der serbischen Minderheit nicht ganz unproblematisch, ist Albanisch die dominierende Sprache des Landes. Ortsbezeichnungen werden in der Regel in den beiden bzw. drei Sprachen angegeben. Bei den albanischen Bezeichnungen fällt auf, dass Ortsnamen manchmal auf „a“ und manchmal auf „ë“ enden, also z.B. Peja bzw. Pejë. Das liegt daran, dass im Albanischen der bestimmte Artikel an das Wort angehängt wird. Ich habe keine Ahnung, wann man welche Form korrekt verwendet, aber lass dich nicht von den unterschiedlichen Formen verwirren!

Pin Wasserfall
Drin-Wasserfall bei Peja

Wenn du noch Fragen oder Anmerkungen hast, schreib mir doch über Kontakt.

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